Prothiucil Tabletten

GEBRAUCHSINFORMATION

Wirkstoff: Propylthiouracil

Z.Nr.: 6.066

Zusammensetzung:

1 Tablette enthält: Propylthiouracil 20 mg.

Weitere Bestandteile: Milchzucker, Maisstärke, Talkum, Siliciumdioxid, Magnesiumstearat.

Eigenschaften und Wirksamkeit:

Prothiucil hemmt die Neubildung des Schilddrüsenhormons Thyroxin in der Schilddrüse und bringt dadurch den erhöhten Blutthyroxinspiegel zum Absinken. Infolge Blockade der Thyroxinbildung kommt es zu einer Gegenregulation durch die Hirnanhangsdrüse. Um ein neuerliches Ansteigen der Thyroxinproduktion zu vermeiden, muß daher die vollblockierende Dosis bis zum Abklingen der Gegenregulation beibehalten werden. Erst dann darf auf die Erhaltungsdosis zurückgegangen werden. Um einen Erfolg zu gewährleisten, muß die Erhaltungsdosis über lange Zeiträume beibehalten werden.

Der in Prothiucil enthaltene Wirkstoff zeichnet sich durch geringe Toxizität ( = Giftigkeit) bei hoher Wirksamkeit aus. Nach der Einnahme wird die Substanz rasch vom Körper aufgenommen; die Ausscheidung erfolgt vorwiegend über die Nieren.

Anwendungsgebiete:
Schilddrüsenüberfunktionserkrankungen wie Hyperthyreosen, Thyreotoxikosen, Morbus Basedow, vegetative Dystonien mit hyperthyreotem Einschlag, Colitis ulcerosa.

Zur Vorbereitung von Operationen zur Schilddrüsenentfernung.

Art der Anwendung:

Prothiucil-Tabletten unzerkaut mit Flüssigkeit schlucken. Die Einnahme erfolgt zweckmäßigerweise mit dem Essen.

Dosierung:
Die Dosierung wird vom Arzt festgelegt und ist genau einzuhalten:

Zu Beginn der Behandlung werden täglich, verteilt auf mehrere Einzelgaben, 160 mg (8 Tabletten) Prothiucil eingenommen. Die Prothiucilgaben werden dann, allmählich abklingend, auf 80 - 20 mg
(4 - 1 Tablette) täglich reduziert. Die Erhaltungsdosis von 40 - 20 mg (2 - 1 Tabletten) muß über längere Zeit beibehalten werden. In schweren Fällen kann die Anfangsdosis bis auf 300 mg (15 Tabletten) täglich erhöht werden.

Gegenanzeigen:

Das Präparat sollte nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Präparates; Kropfentwicklung bis hinter das Brustbein (substernaler Struma), schweren Leberfunktionsstörungen und ernsten Störungen der Knochenmarksfunktion.
Bei Luftröhrenverengungen (trachealer Obstruktion) oder bei einer gleichzeitigen Behandlung einer akuten Infektionserkrankung nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung anwenden.

Schwangerschaft und Stillperiode:

In der Schwangerschaft darf Prothiucil nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung angewendet werden. Während der Zeit des Stillens nicht anwenden.

Nebenwirkungen:
Nebenwirkungen treten vor allem am Beginn der Behandlung auf. Sie verschwinden oft im Verlauf der Behandlung von selbst oder wenn das Einnehmen von PROTHIUCIL-Tabletten beendet wird.

Beobachtet wurden allergische Reaktionen wie Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Juckreiz, Ausschläge, Rötung);
selten Arzneimittelfieber, Gelenkschmerzen, Störungen des Magen-Darm-Traktes (Übelkeit, Erbrechen), Kopfschmerzen und Störungen des Geschmacks- und Geruchsempfindens.
Bei zu hohen Dosen kann es zu einer Schilddrüsenunterfunktion mit dadurch ausgelöstem Schilddrüsenwachstum und Kropfbildung kommen.
In Einzelfällen wurde beobachtet: Leberentzündungen, schwere Hauterkrankungen (Lupus erythemathodes-ähnlichen Symptome), Entzündungen der Gefäßwand (Vasculitis, Periarteritis nodosa), Störungen der Blutbildung (Thrombozytopenie, Neutropenie, Agranulozytose), Blutarmut (hämolytische Anämie), Lymphknotenschwellungen (Lymphadenopathie), Lungenentzündung (interstitielle Pneumonie), Nervenschädigungen, Ödeme der Gliedmaßen, Haarausfall.

Wechselwirkungen:

Durch Jod und jodhaltige Arzneimittel wird die Wirkung gegen eine Schilddrüsenüberfunktion vermindert.
Die Wirkung von Cumarin-Derivaten (blutgerinnungshemmende Mittel) und von Propranolol wird verstärkt.

Gewöhnungseffekte: Keine bekannt.

Besondere Warnhinweise zur sicheren Anwendung:

Das Auftreten von Nebenwirkungen wie z.B. Hautauschläge, Fieber oder allgemeine Müdigkeit und Schwäche, eine eingetretene Schwangerschaft sowie das Stillen sind unverzüglich dem Arzt mitzuteilen.

Während der Behandlung, besonders am Beginn der Therapie, sind Blutbild und Leberfunktion regelmäßig zu kontrollieren. Bitte halten Sie daher die von Ihrem Arzt festgelegten Kontrolltermine ein.

Hinweise für den Arzt:
Maßnahmen bei Überdosierungen: Akute lebensbedrohliche Wirkungen sind nicht zu erwarten (Fallbericht mit Ingestition von 5 g Propylthiouracil durch ein 12jähriges Kind ohne akute Symptomatik), ggf. ist eine an den Symptomen orientierte Therapie angezeigt.
Bei den ersten Anzeichen einer Agranulozytose das Präparat sofort absetzen.

Verfalldatum beachten.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Packungsgrößen: 50, 500 Stück.

Lagerungshinweise: Lichtschutz erforderlich.

Bei Unklarheiten fachliche Beratung einholen.

Erscheinungsdatum: März 2010